Wohnfrage der Woche: Wo steht Ihr Fernseher?

 

Wo steht eigentlich Ihr Fernsehgerät? Wahrscheinlich werden Sie jetzt sagen: im Wohnzimmer.

Und wo im Wohnzimmer steht Ihr Fernsehgerät? Wahrscheinlich dort, wo das Antennenkabel aus der Wand kommt. So weit, so gut. Das ist ja auch sinnvoll, denn warum meterweise Antennenkabel durchs Wohnzimmer verlegen, wenn man den Fernseher auch direkt vor die Antennensteckdose stellen kann.

Nun werden Sie sagen: Ja, und? Klar steht der Fernseher dort. Warum auch nicht?

Aber… haben Sie sich schon einmal gefragt, welche Auswirkungen das auf die Position der Möbel in Ihrem Wohnzimmer hat? In aller Regel funktioniert das Einrichten des Wohnzimmers nämlich folgendermaßen:

1. Wo ist die Antennenbuchse? Dort kommt das Fernsehgerät hin.

2. Von wo aus im Raum hat man den besten Blick auf den Fernseher? Dort kommt das Sofa hin.

3. Vom Sofa ausgehend werden nun Couchtisch und möglicherweise Sessel platziert.

4. Dort, wo dann noch Platz ist, kommen die restlichen Möbel hin (Schrank, Bücherregal, oder was man sonst noch gerne im Wohnzimmer haben möchte).

Nun kommt das nächste ABER:

Ist denn die Stelle, die das Sofa im Zimmer jetzt zugewiesen bekommen hat, auch die Stelle im Raum, wo man sich am wohlsten fühlt? Wo man sich auf sein Sofa setzt und fühlt, wie die Entspannung einsetzt? Wo man vielleicht einen schönen Blick aus dem Fenster hat? Von wo aus man den Raum gut überblicken kann?

Gar nicht so selten ist das nicht der Fall. Da sitzen die Bewohner einer Wohnung auf ihrem Sofa und fühlen sich nicht richtig wohl und können gar nicht so richtig entspannen. Und ist das Fernsehgerät ausgeschaltet, bleibt das Sofa unbenutzt. Warum das so ist, erscheint erst einmal unklar.

Wenn man dann aber genauer hinschaut, stellt man fest: Der Raum wirkt durch die Stellung der Möbel darin total beengt. Oder: Auf dem Sofa sitzt man so ungünstig neben einem Fenster, dass man immer das Gefühl hat, die Nachbarn schauen einem auf den Hinterkopf. Oder: Es ist irgendwie fröstelig auf dem Sofa, weil man im Luftzug zwischen Tür und Fenster sitzt.

Ich lade Sie ein zu einem kleinen Gedankenexperiment: Denken Sie sich mal Ihren Fernseher weg. Und nun malen Sie sich aus, wo in Ihrem Wohnzimmer Ihr Sofa am besten stehen könnte. Probieren Sie das vielleicht sogar aus – dazu müssen Sie auch nicht Ihr Sofa rumschieben – nehmen Sie sich einen Stuhl, stellen diesen an verschiedene Stellen in Ihrem Wohnzimmer und sitzen Sie dort mal Probe. Wohin fällt Ihr Blick? Wie fühlt sich das an?

Und vielleicht stellen Sie fest: Hier zu sitzen wäre auch nicht schlecht. Eigentlich sogar viel besser. Der Raum wirkt größer, der Ausblick ist schöner, es zieht nicht. Sollte das so sein, ist meine Empfehlung: Stellen Sie das Sofa an seinen neuen Platz und den Fernseher dorthin, wo er am besten hinpasst. Dann kaufen Sie sich ein paar Meter Antennenkabel und verlegen die in Ihrem Wohnzimmer. 🙂

(Das geht auch ganz schnell, versprochen. Und es gibt inzwischen schöne Möglichkeiten Antennenkabel in den Ecken und an den Bodenleisten entlang gut zu verstecken; empfehlenswert ist z.B. flaches Antennenkabel).

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9 Kommentare

  1. das ist ein sehr interessanter artikel, der wichtige hinweise gibt. dass sich die menschen nicht nur in ihrer freizeitgestaltung von der tv-welt regieren lassen, sondern auch was die wohnungseinrichtung betrifft. sich also nicht nach eigenem wohlbefinden und optik einzurichten, sondern danach, wo sich der tv-anschluss befindet. wirklich sehr nachdenkenswert!!

  2. wohnpsychologin

    Hallo Regina,

    für mich war der Fernseher schon immer eher ein ungeliebter “Einrichtungsgegenstand”. Insofern finde ich – wenn schon Fernseher im Wohnzimmer – auch die alte Idee des Fernsehers im Schrank gar nicht so schlecht.

    Barbara Perfahl

  3. Das sind interessante Gedanken! Bei uns aber (zum Glück) nicht beeinflussend, wo der Fernseher steht – es ist noch viel schlimmer: Wir haben gar keinen Fernseher 😆 :mrgreen: :mrgreen: (Zu viel Müll drin und die ewige Reklame und das hektische Bild-Gewechsel – nee, muss nicht…)

    Grüsse (bin eben über Twitter hergestolpert)
    von frieda 🙂

    • wohnpsychologin

      Hallo Frieda,

      danke für Deinen Kommentar. Witzig, dass Du auch keinen Fernseher hast. Es ist erstaunlich, wie viel Resonanz ich auf diesen Artikel bekomme, viele Leute googeln das Problem auch (“Wohin mit dem Fernseher im Wohnzimmer” oder so was in der Art). Insofern ist es wohl wirklich eine Erleichterung keinen zu haben – zumindest einrichtungstechnisch.

      Grüße
      Barbara

  4. Sehr schöne Seite…
    Wir mussten uns glücklicherweise auch noch nie Gedanken um Fehrnsehns Platz machen. Ohne lebt es sich einfach freier ;o)

    Liebe Grüße aus München
    Olivia

    • wohnpsychologin

      Liebe Olivia,
      vielen Dank für Deine Rückmeldung!
      Ja, es ist erstaunlich, wie häufig der Fernseher Probleme bei der Wohnzimmereinrichtung macht. (Ich habe übrigens auch keinen, ich finde, das spart Zeit und Platz).
      Beste Grüße aus dem Norden

  5. hihi, schön, dass du den Artikel im Newsletter wiederbelebt hast, so konnte ich ihn auch entdecken.

    Wir haben schon seit mehr als 5 – 6 Jahren keinen Fernseher. Wir vermissen ihn auch nicht. Nicht nur, dass er keine Augenweide wäre… Der Inhalt interessiert uns einfach nicht. Das, was wir gucken wollen, gibt es auch im Internet oder auf DVD. Oder auf YouTube.

    Es ist sehr lustig, wenn uns (erstmalige) Besucher irgendwann irritiert fragen: “Sag mal, wo ist eigentlich euer Fernseher?” Und wir dann sagen: “Wir haben gar keinen.”
    Viele finden das irritierend.

    Aber wenn wir einen Fernseher hätten, dann würde er irgendwo an der Wand hängen ;o)

    Viele Grüße
    Sabine

    • wohnpsychologin

      Ja, Sabine, die Erfahrung haben wir auch oft gemacht, dass Besucher den Fernseher suchten 🙂 Inzwischen haben wir wieder einen, der hat aber keinen Fernseh-Empfang, der ist nur zum DVD schauen. Daher hatte ich es dann vor einiger Zeit doch wieder, das leidige Thema: wo kommt der Fernseher hin??
      Jetzt ist er im Bücherregal eingebaut.
      Lieben Gruß
      Barbara

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