Redesign Museumsshop

Voriges Jahr durfte ich den Betreiber eines kleinen Museumsshops bezüglich der Gestaltung des Shops beraten. Im Shop, der sich in einem historischen Gebäude befindet, werden vor allem Bücher verkauft. Die Besucher betreten den Raum in der Regel zu Beginn ihres Aufenthalts im Haus, da sich dort auch die Anmeldung befindet. Der Betreiber berichtete, dass viele der Besucher nur kurz in den Shop kämen, um sich für die Ausstellung anzumelden, die Bücher würden oft nur mit einem Blick gestreift, selten würden Besucher durch das Bücherangebot stöbern oder sich
länger im Shop aufhalten.

So sah der Shop aus:

Der Raum wirkte leer und kalt (vor allem durch die große leere glänzende Bodenfläche in der Mitte). Die Bücher näher zu betrachten (zumindest die auf den Tischen) war eher unangenehm, da man einerseits den Rücken dem leeren Raum zuwenden musste, andererseits durch das Gewölbe zum Teil das Gefühl hatte, sich den Kopf zu stoßen, wenn man den Kopf zu den Büchern neigte, um die Titel lesen zu können.

Gleichzeitig wirkten Bereiche etwas vollgestellt und überfrachtet (Bilder an den Wänden, Poster am Tresen, viele Gegenstände auf dem Kassentresen):

Drei orangefarbene Stühle an der Rückwand des Raumes zogen den Blick auf sich. Durch ihre Position hinter einem kleinen Tisch und halb hinter dem Bücherregal nahm man sie aber gar nicht als Sitzgelegenheit wahr; sie wirkten eher zufällig hier abgestellt.

 

Hinter einem größeren Bücherregal waren zudem technische Anlagen zu sehen.

Die Lichtsituation war wenig wohnlich, gleichzeitig lenkte die Lichtführung die Blicke nach oben Richtung Decke und zu den Fenstern – und damit weg von den Büchern. (Und ohne Blick keine Aufmerksamkeit und ohne Aufmerksamkeit kein Kauf).

Umgestaltung Shop:

Durch einfaches Umstellen der vorhandenen Möbel wurde im Raum eine Lesezone geschaffen -mit einem Büchertisch in der Mitte und Sitzgelegenheiten entlang der Wände (die Sitzbänke waren im Warteraum übrig; zum Warteraum gleich unten mehr). Mit zwei Stehlampen kam gemütlicheres Licht in den Lesebereich.

 

Ansonsten wurde der Raum schlicht reizreduziert – die Technik verschwand hinter einem Paravent, die Bilder und Poster wurden gruppiert und der Kassenbereich aufgeräumt. Die orangenen Sessel verschwanden.

Zeitaufwand für die Umgestaltung: 2 Stunden.

Investition für neue Einrichtung: 2 Stehlampen und ein Paravent (insgesamt ca. 150 €).

Ergebnis nach einem Jahr: ein Umsatzplus von ca. 80 % (!)

 

Hier noch einmal der vorher-nachher-Vergleich:

 

 

 

 

Wartebereich:

Ein weiteres Raum-Sorgenkind war ein Aufenthaltsraum für Besucher, in dem Besuchergruppen auf den Beginn ihrer Führung warten. Der Raum sollte eigentlich zu einem späteren Zeitpunkt neu gestaltet werden. Es stellte sich aber die Frage, ob man kurzfristig mit wenigen Mitteln eine Verbesserung der Raumatmosphäre schaffen könnte. Der Warteraum wirkte nämlich sehr kahl.

Zudem waren die Farben von Sitzmöbel und den Spinden nicht aufeinander abgestimmt.

 

Als Erste-Hilfe-Maßnahme wurden die Sitzgelegenheiten etwas umgestellt, durch Lampen gemütlichere Lichtzonen geschaffen und die Farben von Bänken und den Spinden durch passende Bilder, die alle vorhandenen Farben vereinen, in ein Farbschema zusammengefasst.

 

Das ist Umgestaltung von Räumen, wie ich sie liebe: Kleiner Aufwand – großer Effekt. 🙂

 

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