Inspiration

Island

Mein Urlaubsziel in diesem Sommer war Island. Ich war das erste Mal dort und, was soll ich sagen… es war einfach wunderbar!

Island ist ja zuallererst einmal Natur, pure Natur. Berge, das Meer, Eis, Wasserfälle, Vulkane, so weit das Auge reicht. Unfassbar schön.

Neben all dieser Natur leben dort aber auch ein paar Menschen (im Verhältnis zur Größe des Landes sind es tatsächlich nur »ein paar« 🙂). Und für mich war es natürlich auch spannend zu sehen, wie die Menschen dort wohnen, wie sie ihre Häuser gestalten und welche Rolle die Architektur für sie spielt.

Die ersten Tage verbrachte ich in der totalen Einöde, mitten auf dem Land, sozusagen am Ende der Welt – das war jedenfalls mein Gefühl. Die Häuser der Menschen dort sind auf das Wesentliche reduziert. Einfach, schmucklos und praktisch.

Was sich so ganz ungewohnt anfühlt: der nächste Nachbar ist viele Kilometer entfernt, rund um das Haus nur Wiesen, ein Fluss, eventuell ein Wasserfall und ansonsten: Schafe. Nirgends ein Zaun und einen Schlüssel für das Haus braucht man dort auch nicht. Es wird nicht abgesperrt. Kommt ja eh keiner vorbei. Nichts für diejenigen unter uns mit einem ausgeprägten Sicherheitsbedürfnis.

Neben diesen schlicht gehaltenen Farmhäusern sieht man über Land immer wieder auch verlassene Gebäude, zumeist Wirtschaftsgebäude alter Höfe. Abgerissen werden solche nicht mehr bewohnten oder bewirtschafteten Häuser offenbar nicht. Man findet sie in allen Stadien des Verfalls, manchmal sieht man nur noch Reste der Grundmauern.

Reykjavik

Nach mehreren Tagen auf dem westisländischen Land ging es dann nach Reykjavik, die 120.000 Einwohner-Stadt im Südwesten. Es gibt in der Hauptstadt Islands zwar auch Wohnsiedlungen aus den 70ern, eine 6-spurige Schnellstraße und neuerdings auch vier in Bau befindliche Hochhäuser mit sündteuren Eigentumswohnungen in bester Hafenlage (die übrigens sehr umstritten sind). Insgesamt wirkt Reykjavik aber sehr gemütlich und kleinstädtisch. Auch in der Stadt ist die Architektur an vielen Stellen schmucklos und pragmatisch gehalten, in der Altstadt und einigen anderen Vierteln findet man aber die für den Norden typischen bunten Hausfassaden und Dächer, und liebevoll bis ins letzte Detail dekorierte Fensterbänke, Vorgärten und Haustüren.

Mich hat vor allem die Farbvielfalt der Fassaden fasziniert. Einfach weiß gibt es fast nicht. Bunt macht offenbar fröhlich – auch wenn das Wetter einmal etwas trüber ausfallen sollte (wie beim Fotografieren der Fassaden).

So sieht das Ganze dann von oben aus:

Das Konzerthaus

Reykjavik verfügt aber auch über modernste Architektur: Harpa, das Konzert- und Opernhaus am Hafen, das 2011 eröffnet wurde.

Die Fassade verändert ihre Farbe je nach Lichteinfall und Witterung.

Und auch das Innere des Gebäudes ist wirklich sehenswert.

Mich hat diese Reise neugierig gemacht, mehr darüber zu erfahren, wie die Menschen auf Island wohnen.

Im Moment lese ich gerade einen isländischen Roman, der unter anderem einen Einblick bietet, wie man auf Island vor 100 Jahren gelebt und gewohnt hat: Independent People (auf Deutsch heißt das Buch Sein eigener Herr) von Halldor Laxness. Das Leben der Landbevölkerung war damals, auch was das Wohnen betraf, recht karg…

Aber auch das heutige Wohnen auf Island ist für mich ein spannendes Thema. Wie beeinflusst die Natur und das raue Klima die Architektur? Was bedeutet es für das Wohnen, wenn auf einem Quadratkilometer Land im Durchschnitt nur 3 Einwohner leben? Was ist den Isländern beim Wohnen wichtig?

Ich freue mich jedenfalls schon jetzt auf meine nächste Reise in dieses wunderschöne und interessante Land.