Dr. Barbara Perfahl
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Man kann nicht nicht gestalten

Frei nach Paul Watzlawick (»Man kann nicht nicht kommunizieren«), kann man für das Einrichten sagen, dass man die eigenen Räume nicht nicht gestalten kann.

Manchmal ist es so: Wir haben Ideen zu einer Veränderung der Wohnung, einen Einrichtungswunsch, das Bedürfnis mal so richtig aufzuräumen. Oder es gibt einen Raum, den man seit Einzug in die Wohnung noch nicht richtig eingerichtet hat. Oder irgendein Provisorium, das man schnell mal installiert hat (»Schau mal, der Vormieter hat diesen alten wackelige Kleiderständer hier stehen lassen.« – »Fein, den stellen wir einfach hier in den Flur, bis wir eine richtige Garderobe haben.«).

Und dann machen wir aber nichts, weil gerade keine Zeit ist, wir zu viel anderes um die Ohren haben oder gerade kein Geld für die neue Tapete. Da und dort blitzt der Impuls auf, etwas zu tun, man spürt, dass die Wohnung an der einen oder anderen Stelle nicht richtig sitzt. Im Alltag mit seinen Anforderungen und seinem Stress verschwindet dieses Gefühl aber auch gleich wieder hinter Terminen und Hektik.

Manchmal verschieben wir eine Gestaltungsaktion auch mit einem Dann-Wenn-Argument:

  • »Ich hänge dann im Wohnzimmer Bilder auf, wenn wir die alte Couch endlich rausgeschmissen und eine neue gekauft haben.«
  • »Ich räume das Kellerchaos dann auf, wenn wir uns geeinigt haben, ob die Waschmaschine in den vorderen oder den hinteren Kellerraum kommt.
  • »Das Garderobenprovisorium fliegt dann raus, wenn mal etwas mehr Geld auf dem Konto liegt.«

Und aus »Dann-Wenn« wird manchmal »Nie«.

Aber auch ein »Nicht-Gestalten« ist ein Gestalten. Dann sieht der Raum eben so aus, wie er aussieht, unaufgeräumt oder voll mit Dingen, die man eigentlich nicht mag. Eine Ecke bleibt kahl oder irgendwie fremd. Und so, wie er ist, wirkt der Raum auf uns. Er beeinflusst uns, unser Wohlbefinden und unsere Stimmung.

Wir gestalten unsere Wohnung also immer. Auch wenn wir nichts darin verändern, gestalten wir sie.

Mir geht es darum, sich bewusst zu werden, dass die Wohnung genau so, wie sie jetzt im Moment aussieht, auf uns einwirkt. Man hat genau die Räume, die man sich gestaltet hat. Und auch wenn man schöne Pläne für die eine oder andere Stelle in der Wohnung oder für das ganze Haus hat: jetzt ist sie so, wie sie ist.

Also: schauen Sie sich um in Ihrem Raum, in Ihrer Wohnung. Ja, genau da, wo Sie jetzt sitzen: Welche Ecken, Stellen, Wände oder Räume gibt es, die nicht gestaltet sind? (und dabei also nicht nicht gestaltet sind…). Gibt es keine? Dann ist es gut. (Manchmal ist man ja auch betriebsblind. Ein Augenöffner kann es sein, die eigenen Räume zu fotografieren. Auf Fotos sieht man nicht gestaltete Stellen meist sofort.)

Gibt es Stellen, die nicht (nicht) gestaltet sind und die Sie gern anders hätten?

Dann wäre jetzt ein guter Moment, das zu ändern. Schon in 10 Minuten können Sie eine Stelle schöner machen:

  • Werfen Sie den immer höher werdenden Stapel alter Magazine und Zeitungen, die da schon seit Monaten auf dem Sideboard auf Durchsicht warten, unbesehen in das Altpapier.
  • Stellen Sie an die kahle Wand im Flur einen Strauß Wiesenblumen.
  • Nehmen Sie sich eine Kiste im Keller vor und misten Sie diese aus.
  • Wechseln Sie die kaputte Glühbirne im Bad.
  • Schauen Sie sich im Netz um nach günstigen und schönen Lösungen für die Garderobe im Flur. (Vielleicht lässt sich ja etwas aus dem Keller umfunktionieren? 😉)

Dr. Barbara Perfahl

E: post@die-wohnpsychologin.at

T: +43 0660 70 50 887

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